1 – Heinrich schlief bei seiner Neuvermählten,
Einer reichen Erbin von dem Rhein.
Schlangenbisse, die den Falschen quälten,
Liessen ihn nicht ruhig schlafen ein.
2 – Zwölfe schlug’s, da drang durch die Gardine
Plötzlich eine weisse kalte Hand.
Was erblickt er ? Seine Wilhelmine,
Die im Sterbekleide vor ihm stand.
3 – « Bebe nicht », sprach sie mit leiser Stimme,
« Ehmals mein Geliebter, bebe nicht !
Denn ich erscheine nicht vor dir im Grimme,
Deiner neuen Liebe fluch ich nicht.
4 – Zwar der Kummer hat mein junges Leben,
Liebster Heinrich, plötzlich abgekürzt,
Doch der Himmel hat mir Kraft gegeben,
Dass ich nicht zur Hölle bin gestürzt.
5 – Warum traut ich, Schwache, deinen Schwüren ?
War es doch nur lauter Heuchelei !
Warum liess ich mich durch Worte rühren ?
War es doch nur lauter Schmeichelei ! »
Ajouté à la base le 9 janvier 2023
Par : Daniel Muringer
Trouvable dans « Das Volkslied im Elsass », Joseph Lefftz, vol. 1, page 165
Collecté à Harskirchen en 1908.
Collecte réalisée à nouveau par Daniel Muringer pour OLCA (Office pour la langue et les cultures d’Alsace), site Sàmmle
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